Tarifrunde mit anderer Taktung

IG Metall: #FAIRWANDEL

24.01.2020 Zum Auftakt der Tarifrunde haben aktive Metaller*innen in Gaggenau am Mittwoch mögliche Inhalte debattiert. Das vom Vorstand der IG Metall vorgeschlagene Moratorium passt zur bisherigen Diskussion.

Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten war für die aus sehr unterschiedlichen Betrieben kommenden aktiven Gewerkschafter*innen eins klar: die Kaufkraft muss weiterhin gestärkt werden. Es war aber für die meisten nicht notwendig, dass diese Forderung auch beziffert werden müsse.

Die aktuelle, rauere Situation in den Betrieben führt dazu, dass Beschäftigte verunsichert über ihre Zukunft sind. Aufgrund der Veränderungen durch Transformationsthemen (Digitalisierung und Veränderungen in den Antrieben der Autos und LKWs) ist außerdem absehbar, dass sich Arbeitsplätze verändern werden. Beschäftigungssicherung und Qualifizierung werden damit zu sehr wichtigen Themen, um mit den Arbeitgebern darüber zu verhandeln, dass sie am Standort Deutschland festhalten. Diese qualitativen Themen spielen deswegen eine ebenso große Rolle wie die Erhaltung der Kaufkraft.

Die Diskussionen aus dem Bereich der IG Metall-Jugend auf einen verbesserten Manteltarifvertrag für Auszubildende, einschließlich der Dual Studierenden wird auch von den "Alten" ausdrücklich getragen und unterstützt. Gerade in einer sich schnell ändernden Arbeitswelt sind die Grundlagen aus der Ausbildung bzw. dem Dualen Studium sehr wichtig. Verbunden mit einer hohen Qualität der Berufsausbildung.

Und schließlich kann Tarifpolitik auch noch einen direkten Beitrag zum Klimaschutz beitragen. Die Idee eines Nachhaltigkeitsbonus für die IG Metall-Mitglieder zur Förderung von nachhaltiger und bezahlbarer Mobilität und Energie durch z.B. "Grünem Strom", Leasing von E-Bikes, Zuschüssen zu ÖPNV-Tickets fällt auf Zustimmung.

"Gerade die unterschiedlichen Bestandteile machen deutlich, wie breit aktuelle Anforderungen an die Arbeitswelt sind" kommentiert die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau Claudia Peter.

Das heute vom Vorstand der IG Metall veröffentlichte "Moratorium für einen fairen Wandel" ist für die Gaggenauer Chefin der IG Metall ein wichtiges Signal an die Arbeitgeber, in besonderen Zeiten, Tarifrunden auch in einer anderen Form zu führen. "Wenn die Arbeitgeber gemeinsam mit uns diesen ungewöhnlichen Weg gehen, können die Sozialpartner ein deutliches Zeichen für die Zukunft der Arbeit in Deutschland setzen", so Peter. Die wirtschaftliche Delle, wie auch die betrieblich großen Veränderungsthemen der Transformation, sowie der gesellschaftlichen und politischen Diskussion zu einer dauerhaft lebenswerten Umwelt dürfen aus ihrer Sicht nicht nur Lippenbekenntnisse sein. Lösungsansätze und Lösungsideen müssen aus ihrer Sicht gemeinsam erarbeitet und getragen werden. Auch ein gemeinsames Signal an flankierenden Maßnahmen durch die Politik sind da der Weg, um schnell und effizient Themen wie Entlastung bei Kurzarbeit oder auch Neuregelungen für Transferkurzarbeit anzugehen.

"Das Moratorium ist ausdrücklich kein Verzicht auf Entgelterhöhungen. Im Gegenteil: die Kaufkrafterhöhung ist ein Stabilitätsfaktor der deutschen Wirtschaft", sagt Bodo Seiler, der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau. Vielmehr sei mit dieser Vorgehensweise eine ausdrückliche Paketlösung für Entgelt, Beschäftigungssicherung, Qualifizierung und Ökologie gewollt. Und das noch dem Auslaufen der Friedenspflicht.

Sollten die Arbeitgeber das Moratorium nicht mitgehen wollen, dann wird die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie in "klassischer" Weise vorbereitet werden. Handlungsfähig sei die IG Metall auch in diesen besonderen Zeiten, sagt Claudia Peter. Für die IG Metall ist jedoch jetzt erst mal die Arbeitgeberseite am Zug, auf diese Idee zu reagieren.

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Letzte Änderung: 24.01.2020