Sommer, Urlaub, Grippe?

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12.08.2019 Sommerzeit ist Urlaubszeit. Doch was können Beschäftigte tun, wenn sie während des Urlaubs krank werden? Die IG Metall Gaggenau gibt Antworten.

kein Verfall bei Krankheit
§ 9 Bundesurlaubsgesetz regelt, dass jene Tage, an denen Beschäftigte nachweislich arbeitsunfähig sind, nicht als Urlaubstage auf den Jahresurlaub angerechnet werden. Machen Beschäftigte bezüglich des Nachweises alles richtig, leben die Tage wieder auf und können neu beantragt werden.

Attest per FAX oder Mail vorab
Wer im Urlaub krank wird, muss schnell handeln und seinem Arbeitgeber unverzüglich informieren. Spätestens am vierten Tag muss das Attest in der Personalabteilung vorliegen. Daher die Empfehlung: ein Attest vorab per FAX oder E-Mail dem Arbeitgeber zusenden und dann per Post nachschicken.

Für alle, die den Urlaub im Ausland verbringen gilt: Dem Arbeitgeber noch die Aufenthaltsadresse mitteilen und die voraussichtliche Krankheitsdauer.

Ebenfalls nicht vergessen werden sollte, Kontakt mit der Krankenkasse aufzunehmen. Auch ihr gegenüber sind die Beschäftigten meldepflichtig.

Urlaubstage retten
Nur wer dem Arbeitgeber ein ärztliches Attest vorlegt, kann seine Urlaubstage retten. Die Tage, in denen Beschäftigte nachweislich arbeitsunfähig waren, werden nicht als Urlaubstage auf den Jahresurlaub angerechnet (deswegen am besten bereits am ersten Krankheitstag zum Arzt!). Wer vor Beginn des Urlaubs krank wird und diesen nicht antreten kann, kann den Urlaub mit seinem Arbeitgeber neu festlegen. Der Urlaub gilt als nicht verbraucht.

Krank im Ausland
Es gibt aber auch Einschränkungen, wann der Arbeitgeber ein Attest aus dem Ausland anerkennen muss. Keine Probleme darf es geben, wenn es unter den Ländern ein Sozialversicherungsabkommen gibt und die dortige staatliche Krankenkasse das Attest schriftlich bestätigt oder es von einer zugelassenen Kassenärztin oder -arzt ausgestellt ist.

Sind diese Kriterien nicht erfüllt, muss der Chef keine Entgeltfortzahlung leisten. Darum ist es ratsam, sich vorher bei der Krankenkasse zu erkundigen, ob es mit dem Auslandsurlaubsziel ein Abkommen gibt und sich eine internationale Versicherungskarte ausstellen lässt.

Ein ärztliches Attest muss erkennen lassen, dass der Arzt neben der Dauer ausdrücklich die Arbeitsunfähigkeit und nicht nur die Krankheit bescheinigt. Rechnungen für die Versicherung müssen möglichst detailliert sein und Diagnosen sowie Art der Behandlung ausweisen.

Krankengeld
Bei einer längeren Erkrankung ist der Arbeitgeber nur verpflichtet, bis zu sechs Wochen das Entgelt zu zahlen. Danach erhalten Beschäftigte Krankengeld von ihrer Krankenkasse. Wer Krankengeld erhält und in den Urlaub fahren möchte, muss diesen jedoch mit seiner Versicherung abklären, sofern es ins Ausland geht. Grund: Der Auslandsaufenthalt darf die Genesung nicht beeinträchtigen. ArbeitnehmerInnen sollten sich dies von einem Arzt bescheinigen lassen. Stimmt die Krankenkasse dem Urlaub im Ausland nicht zu, verfällt der Anspruch auf Krankengeld.

Korrektur beantragen
Wichtig: Der Urlaub darf nicht einfach aufgrund von Krankheit verlängert werden. Das geht nur nach Absprache mit den Vorgesetzten.

Wer während des Urlaubs erkrankt ist, sollte nach der Rückkehr im Betrieb prüfen, ob die Krankheitszeit als nicht verbrauchter Urlaub wieder dem Konto gutgeschrieben wurde, beziehungsweise eine entsprechende Korrektur beantragen.

Auslandskrankenversicherung
Zu guter letzt ein Tipp: eine Auslandsreisekrankenversicherung ist grundsätzlich ratsam - auch wenn der Urlaub innerhalb von Europa verbracht wird. Die Mehrkosten, die die gesetzliche Krankenkasse für notwendige Behandlungen im Ausland nicht übernimmt, deckt diese Versicherung ab. Wesentlicher Vorteil bei guten Tarifen: Auch einen medizinisch sinnvollen Rücktransport nach Deutschland zahlt die Versicherung.

Noch Fragen?
Mitglieder der IG Metall können sich bei weiteren Fragen an die Geschäftsstelle in Gaggenau wenden.

Letzte Änderung: 12.08.2019