Zukunft - denken, gestalten, handeln.

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17.06.2019 "Natürlich kümmere ich mich um die Zukunft. Ich habe vor, den Rest meines Lebens darin zu verbringen." (Mark Twain) Strategiediskussion bei der 2. Delegiertenversammlung der IG Metall Gaggenau

Blick nach vorn - bei Zukunftskonferenz der IG Metall Gaggenau standen kommende Zeiten, das Futurum, ein Morgen und Übermorgen im Fokus. "Wenn wir gemeinsam in der Zukunft leben wollen, dann liegt es auch an uns, diese zu gestalten," eröffnete die 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Claudia Peter, das Treffen von Funktionär*innen und Mitgliedern der Delegiertenversammlung, das sich kurz darauf zu einer Diskussionsrunde mit reger und kreativer Beteiligung entwickeln sollte.
Hintergrund war und ist die Beendigung der (2012 vorgestellten) "Strategie 2020" zum Jahresende und die Vorbereitung eines zweiten Strategieprozesses, mit dem die IG Metall Gaggenau weiterhin positiven Einfluss nehmen will auf die Geschicke der Region und das "gute Leben" ihrer Menschen. "Jahr für Jahr haben wir im Rahmen dieser Strategie 2020 daran gearbeitet, als IG Metall Gaggenau nicht nur stark zu sein, sondern unsere Stärken auch auszubauen," erinnerte Claudia Peter. Nun gelte es erneut, die Themen der Zukunft, also das, was uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird, einzukreisen und festzulegen.

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Von Konflikten und Kriegen geprägt

Doch bekanntlich wird der Grundstein für die Zukunft in der Vergangenheit und Gegenwart gelegt. Deshalb schilderte Claudia Peter in einer knappen Situationsbeschreibung das gegenwärtige politische und wirtschaftliche Umfeld.
Die 1. Bevollmächtigte mahnte, dass die "gewerkschaftliche Arbeit in einer Welt stattfindet, die von heftigen Konflikten und Kriegen geprägt ist." Diese Auseinandersetzungen hätten, etwa durch geflüchtete Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen, oder durch die globalisierten Handelsbeziehungen auch einen Einfluss auf die politische Situation und unser Wirtschaftssystem, sagte Claudia Peter weiter.
"Es liegt an uns, wie wir über diese Welt denken, welche politischen Werte wir bei Wahlen einfordern, aber auch wie wir miteinander umgehen. Schon der respektvolle Umgang miteinander in der Familie, im Freundeskreis und im Betrieb ist eine Grundlage für ein besseres Zusammenleben!"

Jetzt ändern!

Claudia Peter machte deutlich, dass wir uns den großen, existenziellen Problemen für das Leben auf diesem Planeten endlich stellen müssten: "Wir sind die erste Generation, die sieht, was der Mensch mit dem selbst verursachten Klimawandel anrichtet." Anhand von Beispielen wie Unwetter-Zunahme, Überschwemmungen oder katastrophale Dürren, die selbst unsere Breitengrade bereits erschüttern, erinnerte Peter daran, dass Klimawandel kein theoretisches Phänomen, keine natürliche Entwicklung sei, sondern eine vom Menschen geschaffene Katastrophe. Der man JETZT entgegentreten müsse!
Deshalb führe auch kein Weg an einer Energie- und Mobilitätswende sowie an einer Umstellung unserer Gewohnheiten vorbei.

Mit welchen Spielregeln?

Auch die Wirtschaft fahre derzeit Achterbahn, argumentierte die 1. Bevollmächtigte weiter. Die globalen Abhängigkeiten seien enorm, selbst regionale Arbeitsplätze seien abhängig vom Funktionieren des internationalen Handels. Auch den Mitgliedern der IG Metall Gaggenau stelle sich die Frage, in welcher Wirtschaft, mit welchen Werten und mit welchen Spielregeln man leben wolle. "Wie müssen Betriebe und ihre Beschäftigten agieren, um auch zukünftig der Verantwortung einer sozialen Marktwirtschaft gerecht zu werden?", fragte Peter in die Runde.
In diesem Kontext interpretierte Peter auch die Ergebnisse der Europa- und Kommunalwahlen. Das Desaster der Volksparteien SPD und CDU, der deutliche Aufwärtstrend der Grünen, der vor allem regional spürbare, weiterhin anhaltende Erfolg der AfD, die sogar leicht überproportional von Gewerkschaftsmitgliedern gewählt wurden. Peters Konklusion: "Wir tragen nicht nur als Wähler*innen Verantwortung für diejenigen, die uns regieren. Wir wollen Einfluss nehmen auf die Politik. Und dafür brauchen wir Politiker und Parteien, mit denen wir zusammenarbeiten können!"

Region ist tariflich gut aufgestellt.

Apropos Zusammenarbeit. Der Tarifpolitik als gewerkschaftliches Kerngeschäft widmete Claudia Peter besondere Aufmerksamkeit. Bundesweit würden sich immer mehr Betriebe aus der Tarifbindung verabschieden. Dem stehen gute Ergebnisse in der Region gegenüber. Beeindruckende 87 Prozent der Beschäftigten im Bereich der IG Metall Gaggenau fallen unter tarifvertragliche Bedingungen. "Es ist kein Zufall, dass wir es in der Region schaffen, in klein- und mittelständischen Betrieben aktive Belegschaften anzutreffen, die sagen: Wir wollen gute Arbeit zu guten Bedingungen", erklärte Peter. Was wiederum Zeichen setzt, denn es gibt immer mehr Betriebe in der Region, in denen Betriebsräte neu gegründet werden, wie etwa bei Pister, Grammer, Schmitt usw.
Das ist ein positiver Trend, der sich auch in den Mitgliederzahlen der IG Metall Gaggenau widerspiegelt. 23.902 Mitglieder insgesamt und 14.854 Mitglieder in den Betrieben - ein Anstieg um 232 bzw. 100 Mitglieder - zeigen, dass die Arbeit der GewerkschafterInnen in den Betrieben mehr und mehr Früchte trägt. Claudia Peter: "Da stecken Kolleg*innen dahinter, die mit den Leuten reden, da fließt Herzblut, wenn es darum geht, einen kritischen Kollegen für die IG Metall und ihre Aufgaben zu gewinnen!"

Die Transformation kommt - sicher!

Doch richten wir wieder den Blick nach vorn in Richtung Zukunft. Claudia Peter machte deutlich, dass in den Betrieben kein Weg an der Transformation vorbeigehen werde. Unsere automotive Region werde von den anstehenden Veränderungen durch die Digitalisierung und durch die Neuausrichtung im Antriebsstrang der Auto- und LKW-Produktion besonders betroffen sein. Führt man sich vor Augen, dass die Hälfte der Arbeitsplätze in den automotiven Produktionsstätten vom Verbrennungsmotor abhängt, werde deutlich, "welches Risiko wir haben, wenn es keine Ersatzprodukte gibt."
Was auch für die Digitalisierung gilt: Ein Drittel der Tätigkeiten in der Region, die bisher von Menschenhand und -kopf getätigt wurden, könnte in Zukunft digital erledigt werden. Deshalb sei es wichtig, machte Peter deutlich, dass wir uns im Betrieb und in der Region für eine Beteiligung an der Gestaltung der Veränderungen stark machen. "Wir wollen, dass sich die Betriebe rechtzeitig um Zukunftsprodukte kümmern. Die Arbeit in den Betrieben muss auch in Zukunft unter tariflichem Dach bleiben! Wir brauchen weiterhin soziale Gerechtigkeit und zusätzliche gesetzliche Flankierungen für die Transformationsprozesse!", forderte Claudia Peter unter dem Beifall der Anwesenden.

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Strategie Zukunft

Vor diesem Hintergrund rief die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau dazu auf, aktiv an der Gestaltung ihrer gewerkschaftlichen Zukunft teilzunehmen. Nur indem die IG Metall sich bewusst auf eine Strategie für die nächsten Jahre konzentriere, könne sie größtmögliche Erfolge in der Region, aber auch in der Gesamtorganisation der IG Metall bewirken. "Bevor jedoch eine "Strategie Zukunft" auf die Beine gestellt werden kann, sind eure Erfahrungen, Gedanken, Handlungsansätze und Ideen gefragt.", sagte Peter und bat die Anwesenden um kreativen und konstruktiven Meinungsaustausch für eine gemeinsame Zukunft in der Region.

In kleinen Gesprächskreisen blickten die Delegierten sinnbildlich in die Zukunft und diskutierten darüber, wie sie in zehn Jahren die Arbeit in den Betrieben, bei der IG Metall Gaggenau und bei der IG Metall als Gesamtorganisation sehen.
Dabei entstanden kreative, spannende und durchaus richtungsweisende Strategieansätze, die nach mehr als einstündiger, motivierter und intensiver Arbeit von den jeweiligen Gruppensprechern vorgetragen wurden.

Auszüge aus einer Vielzahl von Anregungen, Forderungen, Vorschlägen, Initiativen und Empfehlungen, mit denen sich Anfang Juli der Ortsvorstand bei seiner nächsten Sitzung auseinandersetzen wird:
Tarifbindung stärken * Innovationen fördern, Visionen aufbauen * Öffentlichkeitsarbeit verstärken (mehr wahrgenommen werden) * Kommunikation/Sprache verändern/leichter verständlich werden * Netzwerke ausbauen * moderner werden * Jugendarbeit verstärken * Bewusstsein für Politik fördern und stärken * Transformation aktiv gestalten * mehr Einflussnahme auf Politik * Vorstand verjüngen *

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Letzte Änderung: 17.06.2019