Transformationsbeirates Automobil

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23.03.2018 Zweites Treffen des Transformationsbeirates Automobil Veränderte Rahmenbedingungen durch Änderungen in den Betrieben

Mit der Veränderung des Antriebsstranges in der Automobilindustrie ändern sich die Anforderungen an die Arbeitsplätze. Genügend richtig qualifizierte Beschäftigte zu haben, ist eine zentrale Notwendigkeit für die Betriebe.

Das ist längst nicht die einzige wichtige Erkenntnis aus dem zweiten Treffen des Transformationsbeirates am Dienstag in Gaggenau. Zwei betriebliche Beispiele führten zu einer Diskussion über regionale Anforderungen an die nächsten Jahre. Der Standortverantwortliche des Mercedes-Benz Werks Rastatt, Thomas Geier, erläuterte, die Pläne zur Weiterentwicklung des Werks. Es gelte einerseits den Standort für die Elektromobilität weiter fit zu machen. Andererseits gelte es, ein ausgewogenes Verhältnis zu erreichen von Gewerbeflächen, Naturschutz, Wohnflächen und einem neuen Verkehrskonzept zur Verbesserung der Pendelmöglichkeiten für die Beschäftigen. Geier betonte, dass die Gespräche zur Werksentwicklung in einem guten Fahrwasser seien. Zur Zukunft gehörten natürlich auch gut qualifizierte Beschäftigte, die den neuen technischen Herausforderungen gewachsen seien.

Auch der kaufmännische Werkleiter von Bosch in Bühl sieht nicht nur technische Veränderungen als wichtig an, sondern ebenfalls durch die hohe Anzahl von Pendlern eine Überarbeitung der Verkehrswege und der mobilen Möglichkeiten der Region. Ulrich Vogel sieht vor allem einen Wandel in der Beschäftigtenstruktur. Mit der Automatisierung von Arbeitsprozessen werden mehr Fachkräfte statt angelernter Kräfte benötigt. "Wir bereiten uns darauf vor. Aktuell haben wir 18 langjährigen Beschäftigten aus Produktion und Logistik ermöglicht, in 2 Jahren die Ausbildung zum Industriemechaniker zu machen. Mit großem Erfolg" - berichtet Vogel. Unterstützt wurde das Unternehmen hier von der Agentur für Arbeit. Lebenslanges Lernen ist bei Bosch nicht nur eine Überschrift, sondern wird ganz konkret in die Tat umgesetzt. Gesundheit ist ein weiteres wichtiges Thema in den Augen der Werkleitung.

Bei diesem zweiten Vernetzungstreffen wurde auch selbstkritisch über teilweise langwierige Wege für Entscheidungsfindungen diskutiert. Landrat Jürgen Bäuerle appellierte an sich und alle anderen Entscheider: "Lassen Sie uns immer wieder selbst darauf achten, wie wir Wege rasch gehen und so zu schnellen und trotzdem wohl überlegten Entscheidungen kommen." Gemeinsam mit Nicolette Kressl, Regierungspräsidentin hält er ein neues Mobilitätskonzept für die Region für außerordentlich wichtig. Aber auch der Breitbandausbau müsse schnell voranschreiten und Schulen müssen mit einbezogen werden.

Im Herbst wird die IG Metall Gaggenau zum dritten Treffen einladen. "Die Themen für die weitere Diskussion haben wir bereits festgelegt", berichtet Claudia Peter, die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau. Im Herbst wird es um die Anforderungen an den Arbeitsmarkt und Fachkräfte in der Region gehen. Herr Zenkner von der Agentur für Arbeit wird hierzu die Teilnehmenden des Arbeitsmarktmonitors einladen, um Gesprächsebenen und -kreise zusammenzuführen. Außerdem wird die regionale Mobilitätsentwicklung, aufbereitet von Landratsamt und Regierungspräsidium der zweite Schwerpunkt sein.

Letzte Änderung: 23.03.2018