Alarmglocken schrillen!

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15.12.2017 5.000 MetallerInnen zeigten vor Beginn der zweiten Tarifverhandlungsrunde in Ludwigsburg eindrucksvoll ihre kämpferische Bereitschaft zur Durchsetzung der IG Metall Forderungen

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Roman Zitzelsberger bot sich ein überwältigender Anblick, als er vor den Forumshallen in Ludwigsburg an die Mikrofone trat. Tausende Metallerinnen schwenkten rote IG-Metall-Fahnen, Transparente, Plakate und zeigten mit minutenlangem Sprechchören und Trillerpfeifen-"Konzerten", dass sie entschlossen und kampfbereit hinter "ihrem" Bezirksleiter und den Forderungen der IG Metall stehen.

Zuvor waren die MetallerInnen in einem kilometerlangen Marsch laut- und aufmerksamkeitsstark durch die Innenstadt von Ludwigsburg gezogen, wo nur wenig später die zweiten Verhandlungen der laufenden Tarifrunde beginnen sollten. Auf ihren teils meterhohen Transparenten brachten M + E-Beschäftigte aus ganz Baden-Württemberg zum Ausdruck, was sie derzeit "umtreibt" - mehr Zeit zum Leben und ein fairer Anteil am Wirtschaftswachstum.

Auch aus der Region Rastatt/Murgtal waren, organisiert von der IG Metall Geschäftsstelle Gaggenau, MetallerInnen in vier Bussen angereist und zeigten buchstäblich "Flagge".

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Sture Arbeitgeber

"Ich arbeite gern für mein Leben!" , "auch meine Eltern brauchen mich", "miteinander für morgen", "wir wollen Sechs", "mehr Zeit für mich und meine (nicht immer ganz so) Lieben", "Sechs Prozent für alle" , und "mehr Puste für Prüfungen" war auf den Transparenten zu lesen.

Themen, die IG Metall Verhandlungsführer Zitzelsberger in seiner kämpferischen Ansprache während der Kundgebung prompt aufgriff. "Wo bleibt der Mensch?" rief er den Beschäftigten zu. "Auf euch war und ist immer Verlass gewesen! Ihr habt euch in guten wie in schlechten Zeiten immer flexibel gezeigt, habt Mehrarbeit geleistet, wenn es die Arbeitgeber verlangten, habt Euch den "Buckel krumm" geschuftet in Schichtarbeit und jetzt, da ihr etwas mehr Zeit für euer Leben einfordert, machen die Arbeitgeber auf stur!"
Begleitet von lang anhaltendem Applaus und Sprechchören stellte Zitzelsberger klar, dass man sich die Provokationen und Unverschämtheiten der Arbeitgeber nicht länger gefallen lassen werde. "In zwei Wochen endet die Friedenspflicht und trotzdem weigern sich die Arbeitgeber beharrlich, über unsere Vorstellungen zur Arbeitszeit zur verhandeln," sagte Zitzelsberger. "Sie wollen sogar die Arbeitszeiten weiter ausdehnen und machen uns lächerlich mickrige Angebote - das ist unerträglich und unverantwortlich!"
Unter den Zuhörern waren auch zahlreiche Beschäftigte aus nicht-tarifgebundenen Betrieben, die ihren Nöte und Sorgen in mehreren Ansprachen während der Kundgebung eindrucksvoll darstellten.
"Diese Zehntausende Kolleginnen und Kollegen dort machen die gleiche Arbeit, aber bekommen nicht das gleiche Geld, im Durchschnitt 25 Prozent weniger. Sie haben ebenfalls eine Tarifanbindung verdient und auch dafür stehen wir heute hier ," rief Zitzelsberger.
"Und das Eine kann ich Euch jetzt schon versprechen: Wir werden uns im Januar vor den Werkstoren wiedersehen, falls sich die Arbeitgeber in den gleich folgenden Verhandlungen weiterhin so stur verhalten wie zuvor!"

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Doppelte Nullnummer

Eine Ahnung, die sich schon zwei Stunden später bewahrheiten sollte. Denn auch diese zweite Verhandlungsrunde verlief enttäuschend: Die Arbeitgeber bieten 200 Euro Einmalzahlung und eine Entgelterhöhung um zwei Prozent mit einer Gesamtlaufzeit von 15 Monaten an. Und das nur, wenn ihre Flexibilisierungswünsche seitens der Beschäftigten erfüllt werden. Gemeint ist: bei Bedarf die Arbeitszeiten auszuweiten. Gleichzeitig wolle man die Schichtzuschläge teilweise abschaffen.

"Eine doppelte Nullnummer! Das Angebot ist vollkommen unzureichend und eine Provokation, die wir uns nicht gefallen lassen werden. Darauf gibt es nur eine Antwort: Warnstreiks ab Januar!" stellte IG Metall-Verhandlungsführer Zitzelsberger im Anschluss an die Verhandlungen klar. "Wer auf gute Argumente nicht hören will, bekommt unseren Druck zu spüren! Ich bin mir sicher, dass alle Metaller hinter uns und unseren Forderungen stehen werden!"

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"Heißer Januar"

Auch Claudia Peter, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Geschäftsstelle Gaggenau, gibt sich optimistisch, was die Mobilisierung der Beschäftigten in der Region anbelangt: "Die KollegInnen im Murgtal und in Rastatt sind seit jeher bekannt für solidarische Aktionen wie Warnstreiks. Ich bin mir sicher, dass sich wieder Tausende vor den Werkstoren versammeln werden um den Forderungen der IG Metall Nachdruck zu verleihen und Verhandlungsführer Roman Zitzelsberger den Rücken zu stärken! Schon jetzt ist sicher: Das wird ein "heißer" Januar!"

Neben sechs Prozent mehr Geld will die IG Metall einen Anspruch auf "kurze Vollzeit" erreichen (bis zu 28 Stunden wöchentlich. Beschäftigte mit Kindern oder zu pflegenden Angehörigen sollen dafür einen Entgeltzuschuss erhalten, ebenso Schichtarbeiter und Beschäftigte in anderen restriktiven Arbeitsmodellen.

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Letzte Änderung: 17.05.2018