"Verwaltung und Soziales - mein Ding!"

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29.11.2017 Denise Kohler hat im September ihre Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement bei der IG Metall Gaggenau begonnen. Ein Porträt.

"Das ist hier voll mein Ding!" Eigentlich wäre mit dieser Top-Bewertung im typisch-jugendlichen Jargon schon alles über das Verhältnis von Denise Kohler zu ihrem Ausbildungsplatz bei der IG Metall Gaggenau gesagt. Eigentlich - aber die angehende Kauffrau für Büromanagement ist eher der Typ junge Frau, die ihre Statements gerne begründet. Was sich hier wie "locker, einfach so dahingesagt" liest, hat bei Denise viel mit gelebter Erfahrung zu tun. Was an sich für eine gerade mal 20-jährige durchaus bemerkenswert ist.
"Besser gesagt: Soziales und Verwaltung, beide zusammen sind "ganz mein Ding"!", ergänzt Denise. Sie sei eben schon immer eine "Ordentliche" gewesen, die es zuhause gerne korrekt und akkurat hat. Und ihre Nähe zum Sozialen, diesem weit gefassten und häufig etwas strapazierten Begriff?

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Initialzündung Organspende

Angefangen habe alles gegen Ende ihrer Realschulzeit in Gernsbach, erinnert sich Denise. Nach ihrem Realschul-Abschluss besuchte die Gausbacherin zunächst ein berufsbezogenes Gymnasium in Freudenstadt. Damals engagierte sie sich in einem Seminarkurs zum Thema Organspende. Über ein Jahr hinweg recherchierte Denise Kohler gemeinsam mit anderen Schülern, warum sich so wenige Menschen mit dem vermeintlichen "Tabu-Thema" befassen und nur eine verschwindend geringe Anzahl Menschen überhaupt einen Organspendeausweis besitzt. Bei Vorträgen vor der Klasse und mit dem Verteilen von Info-Zetteln in der Schule zeigte sie besonderen Einsatz.
Mit Blick zurück meint die Auszubildende heute, dass ihr der Fachbereich "Ernährungswissenschaften", Schwerpunkt des Gymnasiums, nicht sozial genug gewesen sei. Jedenfalls brach sie ihre Gymnasialzeit nach eineinhalb Jahren ab und freundete sich mehr und mehr mit dem Gedanken an, einen Ausbildungsplatz zu suchen: "von der Theorie hatte ich jedenfalls genug - Praxis war angesagt.".
"Im Laufe der Zeit ist mir das Thema buchstäblich ans Herz gewachsen!", sagt Denise dazu heute.

Während ihrer Realschulzeit absolvierte sie zudem ein Praktikum in einem Kindergarten, während dem sie sich viel mit den "ganz Kleinen" beschäftigte. Was ihr zwar ganz gut gefiel, aber für die Zukunft konnte sie sich dies doch nicht vorstellen.
Mehr als ein halbes Jahr hatte sie bis zum turnusmäßigen Beginn der Ausbildungen noch vor sich - ein Zeitraum, den sie mit einem FSJ, dem "Freiwilligen Sozialen Jahr", überbrückte.

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Herausforderung auf der Sozialstation

Denise wurde an die Sozialstation Forbach-Weisenbach vermittelt, wo sie ihr soziales Engagement sozusagen an vorderster Front er- und ausleben konnte. Sie fuhr Rentnergruppen, körperlich Versehrte und Demenzkranke zu deren unterschiedlichen Anwendungsterminen, erhielt Einblick in betreutes Wohnen für Senioren. "Die Arbeit mit den Demenzkranken war eine echte Herausforderung," sagt Denise heute. "Einerseits ging mir ihr Schicksal sehr nahe, dennoch machte mir gerade mit ihnen die praktische Arbeit echten Spaß." Doch was Denise letztendlich für ihr bis heute andauerndes Interesse an allem "Sozialen" anstieß, waren die Wochen, die sie in der Verwaltung der Sozialstation verbrachte. "Dass auch Administratives eine Art von Sozialarbeit sein kann, fand ich spannend."
Entsprechend bewarb sie sich Monate später hauptsächlich für Ausbildungsplätze zu Berufen mit einem sozialen Hintergrund. "Als ich dann von der IG Metall Gaggenau zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, hatte ich gleich ein gutes Gefühl," erinnert sich Denise. "Themenbereich und Arbeitsplatzbeschreibung passten zu mir und meinen Vorstellungen." Dass sie sich "nur noch" gegen 14 Mitbewerberinnen beim Vorstellungsgespräch durchsetzen musste, um schließlich als eine von fünf KollegInnen Ihre zukünftige Ausbilderin Meike Hommel und die Geschäftsführerin der IG Metall Gaggenau, Claudia Peter, in einem persönlichen Gespräch von sich zu überzeugen, ist für Denise mehr als ein Glücksfall. "Es passte eben alles", meint sie heute zufrieden.

Anfang September 2017 begann Denise schließlich mit ihrer dreijährigen Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation bei der IG Metall Gaggenau. Zwei Mal wöchentlich geht sie in die Berufsschule nach Rastatt - die Auszubildende legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass ihr die praktische Arbeit in der Geschäftsstelle deutlich mehr Spaß macht, als etwa das "theoretisch-trockene" Rechnungswesen in der Schule.

Praxis vor Theorie

"Obwohl ich zu Beginn einer Ausbildung wirklich noch nicht erwarten kann, dass man mir wichtige und essentielle Aufgabenbereiche zutraut, bin ich doch schon für Interessantes wie etwa Pressespiegel oder Posteingang zuständig; außerdem nahm ich bereits an Ortsjugenausschuss-Sitzungen teil, war bei Klausurtagungen in Stuttgart dabei und half bei der Organisation der Jahresplanung", berichtet Denise. Und bezeichnet ihre bisherigen Wochen als Auszubildende mit "ziemlich gut für den Anfang, oder?". Ein Kompliment, das die Geschäftsstelle Gaggenau nur zu gerne an Denise zurückgibt - man merkt jetzt schon, dass diese Ausbildung eben "voll ihr Ding ist!"

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Letzte Änderung: 29.11.2017