Auf dem Weg zur Forderung

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20.10.2017 Tarifrunde M + E 2017/18: gemeinsam diskutieren, gemeinsam vorbereiten

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"Unsere Leute stehen!" Claudia Peter, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, sieht nach der gestrigen Funktionärsversammlung mit Optimismus auf die Tarifrunde 2017/18.

Die anwesenden Aktiven stellen am Mittwochabend die Ergebnisse aus den Diskussionen und Gesprächen vor, die sie mit Beschäftigten in "ihren" Betrieben geführt hatten. Dabei wurde deutlich, dass die Mehrheit der Metaller in der Region hinter der Forderungsempfehlung aus der Delegiertenversammlung in Rastatt und der Großen Tarifkommissionssitzung steht:

  • sechs Prozent mehr Geld
  • Anspruch, die Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden pro Woche zu verkürzen
  • Plus Zuschüsse (Familie/Pflege und Schicht/Entlastung)

Im Sinne der Beschäftigen

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Vertrauensleute, Betriebsräte und Gewerkschafter diskutierten in den letzten Wochen mit den Mitgliedern intensiv und prüften so, ob sie den Bedürfnissen den Beschäftigten tatsächlich entspricht. Claudia Peter: "Das sind wichtige Debatten, auch wenn sie oft kontrovers geführt werden. Denn wir müssen selbst nach zweijähriger Diskussion über das Thema "Arbeitszeit" sicher sein, dass wir im Sinne der Beschäftigten fordern und verhandeln!"

Bevor die FunktionärInnen in angeregten Diskussionen über ihre Gespräche mit den Beschäftigten der M+E-Betriebe in der Region berichteten, untermauerte Claudia Peter die Forderungsempfehlung der IG Metall mit Fakten und Daten.

Auszüge:

  • Die Realeinkommen steigen kontinuierlich
  • Qualitative Forderungen stellen seit jeher elementare Tarifergebnisse in den einzelnen Runden dar. "Wir können nicht nur Geld" - Beispiele: TV FlexÜ, Altersteilzeit (2008), Übernahme Azubis, Leiharbeit, KQB (2012), Neue FlexÜ, Bildungsteilzeit (2015) und nun: kurze Vollzeit mit (teilweise) Zuschlag (2018).
  • Der Wirtschaft geht es sehr gut - in den regionalen Medien wird sogar von einem Allzeithoch geschrieben.
  • Die Auslastung und Beschäftigung in der Metall- und Elektroindustrie liegt bei 78 Prozent
  • Der private Konsum trägt nachweislich mit dazu bei, dass Deutschlands Bruttoinlandsprodukt floriert.
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Mehr Geld, mehr Zeit

Im Anschluss an Claudia Peters Ausführungen berichteten die FunktionärInnen von den Gesprächen und Debatten in ihren Betrieben. Die vorgestellten Ergebnisse wurden angeregt und engagiert diskutiert.

Einige Statements (Auszüge)

  • "Die breite Masse steht hinter der Forderungsempfehlung. Die KollegInnen sind jetzt schon engagiert und kämpferisch eingestellt. Wir sehen eine gute Mobilisierungsfähigkeit."
  • "Es ist eine demografische Tendenz auszumachen: Die Jüngeren drängen auf "mehr Entgelt" während die älteren KollegInnen größeren Wert auf qualitative Forderungen legen. Mit der jetzigen Empfehlung wird man beiden Seiten gerecht."
  • "Es ist fast schon überfällig, dass die individuelle Arbeitszeit mehr in den Vordergrund gerückt wird."
  • "Angesichts der guten wirtschaftlichen Lage in der Region, sind sechs Prozent mehr Entgelt eigentlich noch zu wenig."
  • "Die anstehende Kündigung des Manteltarifvertrages macht einigen Mitgliedern Sorgen wegen möglicher Verluste im qualitativen Bereich. Es ist mitunter sogar von "Angst" die Rede. Aber man ist bereit, ein gewisses Risiko für ein zukunftsträchtiges Gesamtergebnis einzugehen."

Heiko Maßfeller, 2. Bevollmächtiger der IG Metall Gaggenau, ermutigte die Kritiker der MTV-Kündigung: "Natürlich muss man Respekt vor der Kündigung des Manteltarifvertrages haben. Respekt - aber keine Angst! Wir haben in den letzten Jahren enorm viel erreicht, sind von Tarifrunde zu Tarifrunde immer besser geworden - auch oder vor allem im qualitativen Bereich. Deshalb können und müssen wir selbstbewusst, mit einer großen Portion Selbstvertrauen in die nächste Runde gehen!"

Claudia Peters Konklusion: "Es gibt in den Betrieben aktive Diskussionen über die Tarifrunde, mitunter auch kontrovers. Sie liegen jedoch in der Differenzierung nicht weit auseinander. Sechs Prozent mehr Entgelt und die Forderung "Anspruch auf kurze Vollzeit" erhalten regen Zuspruch. Nach Einschätzung der aktiven KollegInnen sind die KollegInnen in den M + E-Betrieben der Region auf breiter Basis für diese Forderungen mobilisierbar." Die wohl unvermeidliche Kündigung des Manteltarifvertrages kommentiert die 1. Bevollmächtigte optimistisch: "Wenn wir kündigen, werden wir ihn auch ohne Qualitätsverluste wieder zu kriegen plus eine Verbesserung in Sachen Arbeitszeit. Da bin ich mir ganz sicher!"

Fahrplan

* Am 10. Oktober hat der IG Metall-Vorstand seine Forderung empfohlen.
* Am 24. Oktober beschließen die IG Metall-Tarifkommissionen das Forderungspaket.
* Am 26. Oktober beschließt der Vorstand die endgültige Forderung.
* Am 15. November ist Verhandlungsauftakt in Baden-Württemberg
* 14. Dezember 2. Tarifverhandlung, mit Aktionen vor dem Verhandlungslokal
* Die Entgelt-Tarifverträge laufen zum 31. Dezember 2017. Dann endet auch die Friedenspflicht.

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Funktionaerskonferenz zur Tarifrunde 2017-2018

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Letzte Änderung: 20.10.2017