Verkauf der Vorfertigung von MediKomp

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09.12.2015 Mit Wirkung vom 4. Dezember haben rund 235 Beschäftigte von MediKomp (eine 100% Tochter von Maquet) einen neuen Arbeitgeber.

Nachdem die Vorfertigung im November aus der Maquet-Gruppe ausgegliedert wurde ist nun ein neuer Gesellschafter eingestiegen:
Die Unternehmer Wolfgang Hohnhaus und Peter Jansenberger.

Bei einer Betriebsversammlung am 4. Dezember verkündete der Betriebsrat, dass die Verhandlungen zwischen Maquet und den Käufern nun erfolgreich mit Wirkung zum 04.12. abgeschlossen werden konnten. Ausgliederung und Verkauf ging ein mehrmonatiger Prozess voraus. Die Maquet-Gruppe hatte sich vor Ostern entschieden, die Vorfertigung auszugliedern. Ohne einen Verkauf hätten die Beschäftigten mit einer "Abschmelzung" und "Restrukturierung" rechnen müssen. Der Betriebsrat Ferdinand Liedtke äußerte dazu: "Wir waren in den letzten Jahren keine besonders geliebte Tochter in der Maquet-Welt". Die Beschäftigten mussten finanzielle Abstriche in Kauf nehmen und mittelfristig mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze rechnen. Bisher gestartete Maßnahmen zur Konsolidierung des Unternehmens waren nicht erfolgreich.

Die Beschäftigten konnten jedoch Mut schöpfen, als die Investoren Hohnhaus und Jansenberger in ernsthafte Verkaufsverhandlungen mit Maquet traten. "Es war jedoch früh klar, dass ein Verkauf nur möglich ist, wenn auch die Beschäftigten einen Teil zur Sanierung beitragen - hier ging es konkret um Arbeitszeitverlängerung", so Claudia Peter, die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau. In zwei Mitgliederversammlungen erhielt die IG Metall den Auftrag, für den auszugliedernden und zu verkaufenden Betrieb ein Zukunftskonzept für die Beschäftigten zu verhandeln. Der Betriebsratsvorsitzende Roland Walter dazu: "Es ist immer eine Gratwanderung: Macht es Sinn, die Arbeitsplätze mit allen, möglicherweise negativen Konsequenzen, in der Maquet-Welt zu behalten? Oder ist es für die Beschäftigten besser, wenn mit einem potentiellen Käufer über gute Arbeitsbedingungen verhandelt wird?"

Die Tarifbindung war für die IG Metall ein wichtiger Bestandteil der Verhandlungen. Schließlich geht es dabei um wichtige Bedingungen in der Arbeitswelt. "Ohne die Mitgliederstärke der bisherigen MediKomp und jetzigen MK (Metallkomponenten GmbH) wäre ein vernünftiges Ergebnis nicht erzielt worden" kommentiert Claudia Peter. Mehr als 80 % der Beschäftigten sind Mitglied der IG Metall.

In der neuen und nun verkauften "MK Metallkomponenten GmbH" arbeiten die rund 235 Beschäftigten nun 39 Wochenstunden. Die Tariferhöhung des kommenden Jahres wird zudem verschoben. Alle anderen Bedingungen bleiben, weil die grundsätzliche Tarifbindung in der Fläche bleibt. Im Gegenzug sichert der neue Arbeitgeber hohe Investitionen über 10 Jahre zu, um den Betrieb wieder flott zu machen. Mit neuen Geschäftsfeldern sollen Aufträge generiert werden, die eine größere Unabhängigkeit von der OP-Tisch-Herstellung zur Folge haben sollen. Unter anderem mit neuen Vertriebswegen sollen neue Kundenkreise erschlossen werden.

"Solche Veränderungen sind nicht einfach", kommentiert Peter weiter. Die Beschäftigten der MK Metallkomponenten GmbH - wie die neue Gesellschaft vorerst heißt, haben erstmal eine vorsichtige Erwartungshaltung. Schließlich gebe es einen längeren Leidensweg in der Maquet-Gruppe und immer wieder das Risiko des Arbeitsplatzverlustes. "Die Beschäftigten erwarten keine Wunder, aber Absprachen, auf die sie sich zukünftig verlassen können", so Liedtke vom Betriebsrat. Und weiter: "wir haben gut qualifizierte, flexible und motivierte Beschäftigte. Sie lassen sich gern auf neue Wege ein, wenn sie Zuverlässigkeit erfahren". Sie sehen nun ihrer Zukunft mit mehr Optimismus entgegen.

Die MK (Metallkomponenten GmbH) wird ihre Beschäftigten aus jetziger Sicht auf dem Gelände der Maquet, sowie in Ötigheim haben. Zu Beginn des neuen Jahres wird die Wahl des neuen Betriebsrats in die Wege geleitet. Bisher gehörten die Betriebsratsmitglieder zum Standort-Betriebsrat der Maquet-Gruppe.

Letzte Änderung: 09.12.2015