Regionaler TraFoBeirat Automobil

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06.02.2019 Region stark halten und Spielräume nutzen - drittes Treffen des Regionalen Transformationsbeirates Automobil

Im dritten Treffen des Regionalen Transformationsbeirates Automobil standen die Veränderungen der Qualifikationen sowie die Verkehrssituation im Mittelpunkt.

Auf Einladung der IG Metall Gaggenau trafen sich regionale Akteure aus den Kommunen, der Wirtschaft, Arbeitnehmervertretungen und Verbänden. Claudia Peter, die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, stellte die besondere Wirtschaftskonstellation der Region heraus. Sie stellte die Einigkeit der regionalen Akteure in den Mittelpunkt: "Wir können unsere Spielräume nutzen, um mit den Veränderungen weiterhin eine starke Region zu bleiben."

Bei der Analyse der Qualifikationsstrukturen wird die besondere Situation im Landkreis deutlich: Der Anteil von Facharbeit durch die vielen Produktionsarbeitsplätze ist aktuell schon sehr hoch. Facharbeit werde auch in Zukunft sehr wichtig sein. Die Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt, Michaela Frei, wies auf die Risiken durch
Digitalisierung und die Änderung des Antriebsstrangs bei der Automobilindustrie und ihren Zulieferern hin.

Arbeitgebervertreter, Kommunen und Arbeitnehmervertreter waren sich einig,
dass in der Region entsprechend gesteuert werden müsse, um die Wirtschaftskraft und gut qualifizierte Arbeitsplätze langfristig zu erhalten. Michaela Frei betonte, dass sich der Bedarf an Qualifikationsmaßnahmen geändert habe: "Es sind sehr spezifische Angebote notwendig. Wir bauen derzeit die Beratung für Arbeitgeber aus, um den Betrieben sehr individuelle Angebote anbieten zu können". Otto Heck, Betriebsrat beim "Benz" in Gaggenau, wies darauf
hin, dass Lernen für neue Aufgaben und mit neuen Kompetenzen Zeit brauche. Die IHK unterstütze dies ausdrücklich.
Für den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer, Gert Adler, ist
eine wichtige Grundlage für die Stabilität in der Region die internationale Wettbewerbsfähigkeit gerade der Industrie; dafür müssen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.
Christof Florus, Oberbürgermeister der Stadt Gaggenau, macht deutlich, wie wichtig ihm die Gestaltung der Entwicklung sei. "Wir müssen gemeinsam gegensteuern, dass Arbeitsplätze und Betriebe die anstehenden Veränderungen meistern können". Aus Sicht des ersten Bürgermeisters der Stadt Rastatt, Raphael Knoth, beruht der Wohlstand der Region auf dem hohen Anteil von Produktionsbetrieben. Der Standortleiter von Mercedes Benz Gaggenau, Dr.
Matthias Jurytko, mahnte an, dass für die Bewältigung der Veränderungen Berufsinhalte rasch angepasst und aktualisiert werden müssten.

Hinsichtlich von zeitlichen Abläufen sieht auch Thomas Geier, der Standortleiter des "Schwesterwerkes" in Rastatt, Handlungsbedarf. "Die Prozessdauer für notwendige Maßnahmen in den Betrieben muss bei der Veränderungsgeschwindigkeit verkürzt werden. Die unterschiedlichen Interessenslagen müssen dazu immer im Kompromiss mit allen Beteiligten abgewogen werden."

Letzte Änderung: 06.02.2019