Arbeitszeitgesetz in Ungarn

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23.01.2019 IG Metall Gaggenau unterstützt die Proteste der Kolleginnen und Kollegen in Ungarn gegen das neue Arbeitszeitgesetz.

Die IG Metall Gaggenau unterstützt die Proteste der ungarischen Beschäftigten gegen das neue Arbeitszeitgesetz. Nach dem neuen Gesetz ist es möglich, künftig bis zu 400 Überstunden pro Jahr pro Beschäftigtem zu leisten. Diese müssen aber erst in einem Zeitraum von 36 Monaten ausgeglichen werden.

Heiko Maßfeller, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Gaggenau, sagte hierzu: "In Ungarn wurden mit dem neuen Arbeitszeitgesetz die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten erheblich verschlechtert. Ich erwarte von unseren betreuten Unternehmen mit Standorten in Ungarn, sich ihrer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung auch außerhalb Deutschlands bewusst zu werden."

Viele deutsche Unternehmen haben sich rund um die Automobilhersteller in Ungarn niedergelassen. Die Arbeitsbedingungen in Ungarn sind deutlich schlechter als in Deutschland.

Nach Informationen der IG Metall wird von den ungarischen Betrieben eine hohe Fluktuation von Arbeitskräften beklagt. Es herrscht ein hoher Mangel an qualifiziertem Personal durch Auswanderung und Pendelarbeit.
Die gesetzlich ermöglichte Mehrarbeit soll dazu beitragen, den Facharbeitermangel durch Mehrarbeit auszugleichen.
"Hier wird das Pferd vom Schwanz aufgezäumt", so Maßfeller. "Qualifiziertes Personal erhält man durch gute Arbeitsbedingungen und gute Einkommen. Davon profitieren beide Seiten, Beschäftigte und Unternehmen."
Die Unternehmensleitungen müssen ihren Einfluss geltend machen, um die Arbeits- und Lebensbedingungen in Ungarn zu verbessern - das ist die Forderung der IG Metall Gaggenau.

Faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen sind Garanten für den Erhalt qualifizierter, motivierter Arbeitskräfte.

Letzte Änderung: 23.01.2019