Betriebsversammlung "Benz" Gaggenau

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07.12.2018 Pressemitteilung des Betriebsrates von Mercedes Benz Gaggenau

Wirtschaftliche Situation Mercedes-Benz Werk Gaggenau
Insgesamt ist die Programm- und Beschäftigungslage weiterhin sehr gut, genauso wie die Absatzsituation. Die Auslastung sowie der Anspannungsgrad sind nach wie vor hoch, weswegen der Betriebsrat erneut auf Übernahmen gedrängt hat. So werden 90 Zeitarbeitnehmer im Jahr 2019 in die Festanstellung übernommen sowie alle in der Arbeitnehmerüberlassung Beschäftigte bis zum 31.10.2019 verlängert. "Wir freuen uns sehr über die weiteren Übernahmen und die Verlängerungen. Dies trägt wesentlich zur Entlastung aller Kolleginnen und Kollegen bei und wir bieten 100 Menschen eine dauerhafte Zukunftsperspektive bei uns", so Betriebsratsvorsitzender Michael Brecht.

Fortschritt Masterplan 2.0
In den jüngsten Verhandlungen mit dem Unternehmen konnte der Betriebsrat Gaggenau viele Erfolge erzielen und mit seinem Masterplan 2.0 voranschreiten.

  • Abriss Bau 50 und Neubau

o Der Ausbau des Klappenteilegeschäfts (Motorhauben, Türen, etc.) durch die Errichtung eines Kompetenzzentrums ist beschlossen worden. Dies sichert Beschäftigung und erschließt Wachstumschancen. Hierfür wird der Bau 50 auf dem Werksgelände Gaggenau abgerissen und neu gebaut.

  • Kompetenzzentrum eATS (elektrisches Antriebssystem)

o Im Rahmen der Verhandlungen erwirkte der Betriebsrat des Weiteren die Zusage, dass die Antriebssysteme der Zukunft auf Eignung für die Entwicklung und Produktion im Produktbereich Getriebe geprüft werden, bevor eine Entwicklungs- und Produktionsfreigabe an andere Standorte des Unternehmens oder an Lieferanten erfolgt. Dadurch wird es dem Werk Gaggenau ermöglicht, die Auswirkungen auf den konventionellen Getriebebau durch die Wandlungen des Antriebsstrangs aufgrund des Einsatzes von Elektroantrieben frühzeitig abzufangen.

  • Komponenten für die Elektromobilität

o Weiterhin wird das Werk Gaggenau zukünftig die Teilezulieferung für das elektrische Antriebsmodul der Achse übernehmen.

  • Kapazitätssteigerung und Investitionen

o Außerdem wurden Investitionen bei den Synchronteilen sowie den Rädern, Wellen und bei den Gehäusen beschlossen.
"Wir freuen uns, in den Verhandlungen ein so tolles Ergebnis für unseren Standort erzielt zu haben. Die Gelder von rund 80 Millionen Euro sind eine sehr gute Investition in die Zukunft unseres Werks Gaggenau", berichtet Michael Brecht.

Dr. Dieter Zetsche zu Besuch auf Gaggenauer Betriebsversammlung
Auf Einladung des Betriebsrats war der Vorstandsvorsitzende Dr. Dieter Zetsche im Werk Gag-genau zur Betriebsversammlung zu Besuch. Im Dialog mit Michael Brecht wurde über aktuelle Herausforderungen und Zukunftspläne diskutiert. "Wir haben uns sehr über den Besuch von Dieter Zetsche gefreut und über sein Interesse an unserem Werk Gaggenau", so Michael Brecht. Im Anschluss an den Dialog fand eine Q&A mit den Beschäftigten statt, in der jeder die Möglichkeit hatte, seine Frage zu stellen. "Ich habe die Stimmung auf der Betriebsversammlung in Gaggenau sehr positiv wahrgenommen. Vorstand, Mitarbeiter und Betriebsrat sind sich naturgemäß nicht immer in allen Punkten einig. Umso wichtiger ist es, offen und ehrlich miteinander zu sprechen. Das haben wir in Gaggenau auch diesmal wieder getan", sagt Dieter Zetsche.

CO2-Reduzierung bis 2030 - Gefährdung von Arbeitsplätzen
Seit über 120 Jahren steht die Marke Mercedes-Benz für die Produktion von LKW in Deutsch-land und befindet sich im internationalen Vergleich an der Spitze, wenn es um Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit geht. Die Abstimmung des EU-Parlaments, dass der CO2-Ausstoß von Nutzfahrzeugen zukünftig noch stärker sinken soll als bisher geplant (Reduktion um 20 % bis 2025 und um 35 % bis 2030), alarmiert den Betriebsrat gleichermaßen wie das Unternehmen. "Dass dies technisch möglich sein soll, ist heute nur schwer vorstellbar, denn wir stoßen bei der Optimierung der Dieseltechnologie trotz weiterer Effizienzgewinne zu-nehmend auf physikalische Grenzen", erläutert Michael Brecht. Diese Forderungen der EU spiegeln nicht die Entwicklungszeiten in der Branche wider und seien auch technisch und insbesondere wirtschaftlich sehr schwer umsetzbar. Der Betriebsrat befürchtet, dass diese viel zu ambitionierten CO2-Reduzierungsziele die Branche schwer unter Druck setzt. "Wir wollen unsere Verpflichtung gegenüber der Umwelt selbstverständlich weiterhin verfolgen; allerdings haben wir auch gegenüber unseren Arbeitsplätzen eine Verpflichtung", so Michael Brecht. Aufgrund der geforderten hohen CO2-Reduktionen müssen Entwicklungsleistungen getätigt werden, welche sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit und Rendite auswirken sowie zu erhöhten Investitionen führen. Um dies an anderer Stelle zu kompensieren, bestehe die Gefahr, dass die heutige Fertigungstiefe in Frage gestellt und überlegt wird, ob die Produktion verschiedener Teile an günstigeren Standorten unter Umständen sinnvoller sein könnte. Mit diesen CO2-Grenzwerten setze die EU demnach Zehntausende Jobs alleine in Deutschland aufs Spiel; die Auswirkungen einer solchen Entscheidung müsse man sich klar vor Augen führen.

Umsetzung Tarifergebnis - Aktueller Stand T-ZUG
Im Tarifabschluss für 2018 wurde vereinbart, dass es anstelle einer zweiten Tariferhöhung in 2019 eine zusätzliche jährliche Sonderzahlung, das so genannte T-ZUG (tarifliches Zusatzgeld), geben wird. Dieses tarifliche Zusatzentgelt beträgt 27,5 % des individuellen Monatsentgelts und ist für Mitarbeitergruppen mit besonderen Belastungen (Schichtarbeit, Kind, Pflege) in acht tarifliche Freistellungstage wandelbar (der Betrag entspricht sechs Tagen; die IG Metall hat allerdings verhandelt, dass es bei einer Wandlung zwei zusätzliche Tage gibt). Somit konnten drei anspruchsberechtigte Beschäftigungsgruppen die Entscheidung "Geld oder Zeit" treffen. Bezüglich der Umsetzung finden momentan lokal sowie auf Konzernebene Gespräche statt. Die Beteiligungszahl in Gaggenau liegt bei 1.334 eingereichten Anträgen; davon sind 192 von Erziehenden, 40 aufgrund von Pflegefällen in der Familie und 1102 von Schichtarbeitnehmern. "Diese Zahl und die hervorragende Beteiligung bei Streikmaßnahmen zeigen, dass die IG Metall mit ihren Forderungen und Tarifabschlüssen am Puls der Zeit ist", freut sich Udo Roth, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender. Nun gilt es, dass Betriebsrat und Unternehmen an der erfolgreichen Umsetzung mit Hochdruck arbeiten.

Daimler Weihnachtsaktion "Schenk ein Lächeln"
Im Rahmen der Daimler Weihnachtsaktion "Schenk ein Lächeln" haben Beschäftigte die Möglichkeit, ein Geschenk für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien zu packen. Dazu werden Weihnachtskartons kostenlos zur Verfügung gestellt, welche von den Kolleginnen und Kollegen mit schönen und nützlichen Dingen befüllt werden können. Die Geschenke werden kurz vor Weihnachten an verschiedene Partner, welche die Weihnachtspäckchen an bedürftige Kinder in der Region und an Flüchtlingsunterkünfte verteilen, übergeben. Im Werk Gaggenau werden die Institutionen Murgtal-Tafel Gaggenau e. V., Tafel Baden-Baden e. V., Caritasverband Rastatt e.V. sowie Diakonie Baden-Baden und Rastatt unterstützt.

Neue Teamwear-Kollektion im Truckbereich
Im Rahmen der We@GPO-Initiative wurde im Truckbereich des Werks Gaggenau eine neue Teamwear-Kollektion eingeführt. Die Initiative wurde 2016 vom Unternehmen gegründet und umfasst verschiedene Themen, "für die wir vom Betriebsrat uns schon lange einsetzen und die so wichtig sind, um die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen entsprechend zu honorieren", freut sich Udo Roth. Eines dieser Pakete stellt die neue Teamwear-Kollektion dar; damit möchte das Unternehmen moderne, bequeme und einheitliche Arbeitskleidung zur Verfügung stellen, welche gleichermaßen den Teamspirit-Gedanken fördert. Ein wesentlicher Teil der Kosten wird vom Unternehmen getragen. Weitere Pakete sind unter anderem W-LAN-Zugang für alle, ein kleines Dankeschön für die Beschäftigten, die Verbesserung der Gastronomieversorgung und die Neugestaltung der Sozialräume.

Letzte Änderung: 07.12.2018