Einschüchterung und Angst bei HBPO

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30.11.2018 Vor und während des Warnstreiks ergriff die Geschäftsleitung von HBPO gesetzwidrige Schritte

Die IG Metall Gaggenau hatte am vergangenen Mittwoch zu erstmaligen Arbeitsniederlegungen bei dem Frontmodulhersteller HBPO in Rastatt aufgerufen, da die Geschäftsleitung Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ablehnt.

"Sowohl vor, als auch während des Warnstreiks ergriff die Geschäftsleitung von HBPO gesetzeswidrige Schritte" kommentiert Bodo Seiler, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Gaggenau, die Arbeitsniederlegung.

Nachdem im Betrieb bekannt wurde, dass ein Arbeitskampf bevorsteht, wurden die Beschäftigten in Mitarbeiterversammlungen massiv eingeschüchtert. Mehrfach, sowohl mündlich, als auch schriftlich, wurde mit einer Schließung des Standortes gedroht, sollten sich die Beschäftigten an den Streikmaßnahmen beteiligen. Daneben bot das Unternehmen eine Streikbruchprämie in Höhe von 80 Euro an.

Einige weitere Beschäftigte der Firma berichteten der Gewerkschaft von Einschüchterungsversuchen dahingehend, dass mit Abmeldung von LeiharbeitnehmerInnen und Auslauf bzw. Kündigungen von Befristungen gedroht wurde, sollte eine Beteiligung an den Arbeitskämpfen erfolgen.

"Die Geschäftsleitung von HBPO ist wohl der Meinung, dass Grundrechte, wie bspw. das Streikrecht, für das Unternehmen keine Anwendung findet. Dies werden wir definitiv so nicht akzeptieren und entsprechende Schritte einleiten", so Seiler.

Während des Warnstreiks in der Spätschicht wurden sodann seitens des Unternehmens LeiharbeitnehmerInnen als Streikbrecher missbraucht und auf bestreikten Arbeitsplätzen eingesetzt.

"Das ist ein klarer Verstoß gegen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz - LeiharbeitnehmerInnen dürfen keine Tätigkeiten übernehmen, die bisher von Beschäftigten erledigt wurden, die sich im Arbeitskampf befinden" erklärt Bodo Seiler auf Nachfrage hierzu. Die Gewerkschaft werde daher entsprechend Anzeige bei der Bundesagentur für Arbeit erstatten.

Für die nächste Verhandlung, am 17.12, hofft Seiler auf entsprechende Bewegung bei der Arbeitgeberseite und auf eine Änderung der Verhaltensweise der Geschäftsleitung im Umgang mit den Beschäftigten. Der Ausgang hierbei ist ungewiss.

Letzte Änderung: 30.11.2018