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IG Metall Gaggenau

IG Metall Geschäftsstelle Gaggenau



Wer will, der kann.

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29.09.2018 Mehr freie Tage beanspruchen. Die Weichen für die Zukunft stellen. Rechtspopulisten die rote Karte zeigen. Die 3. Delegiertenversammlung zeigte Wege hierfür auf.

Es ist sicherlich etwas ungewöhnlich, eine Delegiertenversammlung mit der Entwicklung der Mitgliederzahlen zu eröffnen - und seien sie auch noch so positiv! Doch zeigt die bisherige Höchstmarke in Gaggenau (24.242 Mitglieder, darunter 15.241 betrieblich), dass die IG Metall Gaggenau in den Betrieben der Region fest verankert ist. Und bleibt, denn die Tendenz ist weiterhin steigend. Und dies nicht nur, da sich die Gewerkschaft als verlässlicher und streitbarer Partner für die Beschäftigten der Region erweist.

Nach Abschluss eines durchweg mit "attraktiv" bezeichnenden Tarifabschlusses, der maßgeblich auch mit Aktionen von MetallerInnen aus der Region (z.B. 24-Stunden-Warnstreik) erkämpft wurde, steht nun die nicht immer ganz so einfache Umsetzung auf dem Programm. Dabei werden IG Metall, Betriebsräte und Beschäftigte gleichermaßen gefordert sein...

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Brennpunkte in der Region

Bei einigen Betrieben in der Region ist derzeit "richtig was los". So haben 135 Beschäftigte bei Pister Kugelhähne in Muggensturm erstmals einen Haustarifvertrag erstritten. Den erzielten sie gemeinsam mit der IG Metall Gaggenau dank Beharrlichkeit, reichlich Handlungsfähigkeit und einem gewissen "Schuss Humor".

Weniger erfreulich verlaufen gerade die erstmaligen Tarifverhandlungen bei Grammer und HBPO. In den beiden Automobilzuliefer-Betrieben streiten derzeit insgesamt 300 Beschäftigte für einen Tarifvertrag. Nach anfänglich positiven Reaktionen der Geschäftsführungen, werden seit geraumer Zeit widersprüchliche Signale gesendet. Die IG Metall Gaggenau stellt sich nunmehr auf eine konfliktäre Auseinandersetzung ein - in beiden Betrieben.

So wurden und werden bei Grammer die Termine endlos offensichtlich möglichst zeitlich nach hinten ver- und geschoben. Zudem trat kürzlich der (Konzern-)Vorstand geschlossen zurück - schlechte Voraussetzungen für ein Vermeiden weiterer Eskalationen. Denn die Beschäftigten wollen Taten sehen und nicht erneut vertröstet werden.
Auch bei HBPO ist seitens der Konzernleitung der anfänglich verbindliche und friedliche Ton mittlerweile harscher geworden. HBPO in Rastatt war im Konzern der erste Betrieb mit einem Betriebsrat - verständlich, dass die Beschäftigten nun eine Tarifanbindung fordern.

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T-ZUG: Reibungslose Umsetzung möglich?

"In den kommenden Wochen und Monaten wird es auf uns alle ankommen! Nur wenn wir gemeinsam und konzentriert den Tarifvertrag umsetzen, wird dieser auch ein echter Erfolg werden. Deshalb lautet das Motto: Wer will, der kann! Das gilt vor allem für die Wahlmöglichkeit zwischen T-ZUG (tarifliches Zusatzgeld) und tariflicher Freistellung!"

Claudia Peter, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, verwies in ihrer Ansprache auf die in einigen Betrieben als schwierig empfundene Umsetzung von "mehr Geld und mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit".
Claudia Peter: "Vor allem Betrieben mit Schichtbetrieb verzeichnen viele Anträge auf Freistellung. Nun gilt es, möglichst vielen diese Wahl auch zu ermöglichen!" Eine Situation, die (erwartungsgemäß) auch für die Arbeitgeberseite schwierig ist und wird. Denn wenn viele Beschäftigte acht zusätzliche freie Tage im Jahr erhalten, muss dies personell kompensiert werden. Im November werden sich deshalb die Betriebsparteien zusammensetzen und klären, wie das möglichst problemfrei umgesetzt werden kann.

Dabei werden die Betriebsräte UND Beschäftigten eine essentielle Rolle spielen, so Claudia Peter weiter. Es seien zwar die Betriebsräte, die im Konflikt mit der Arbeitgeberseite eine Lösung finden müssen. Die Aufforderung aus der Konferenz: Zuvor mit den Beschäftigten in der Abteilung darüber diskutieren, wie eine Umsetzung möglich sein wird.

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In die Zukunft investieren!

Über die Tarifpolitik hinausgehend kommentierte Claudia Peter die derzeitige Debatte rund um die geplante Erweiterung von Mercedes Benz Rastatt. Die 1. Bevollmächtigte zeigte sich besorgt über die Aggressivität, mit der die laufenden Diskussionen zum Teil geführt werden und vermisst bei einigen Akteuren eine grundsätzliche Kompromissbereitschaft. Es könnten keine Ergebnisse erzielt werden, wenn einzelne Beteiligte auf eine Erfüllung ihrer Maximalforderung beharren, so Peter weiter.
"Unsere Region ist geprägt von der Automobilindustrie. Wenn die Endhersteller und Zulieferer sich nicht den Herausforderungen eines neuen Antriebstranges stellen - also der Elektromobilität - dann werden diese Arbeitsplätze in Zukunft sicher nicht in Rastatt entstehen. Jetzt müssen Entscheidungen getroffen, Entwicklungen und Investitionen in die Wege geleitet werden die Arbeitsplätze in der Region auch in den kommenden Jahrzehnten zu sichern." erklärte die 1. Bevollmächtigte den Delegierten.

Dabei gehe es letztendlich um Gestaltungs- und Kompromissbereitschaft: "Beim Platzbedarf eines sich ausweitenden Betriebes müssen die Interessen zwischen Betrieb, Naturschutz, Landwirtschaft und bisherigen Flächennutzern abgewogen werden. Bei Vereinbarungen rund um Arbeitsplätze, deren Qualität und Anzahl, müssen Betrieb und Beschäftigten einen Konsens finden!"

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Willkommenskultur - was ist draus geworden?

Peter fragte in die Runde, was aus der Willkommenskultur des Herbst/Winter 2015/16 geworden sei. "Aus dem Willen zur Integration, aus dem Verständnis für Fluchtursachen ist so etwas wie ein Feindbild entstanden," bedauerte Peter. Es gehe wohlgemerkt nicht darum, Straftaten zu verharmlosen sondern um den respektvollen Umgang mit Schutzbedürftigen, eine politisch korrekte Beseitigung der Fluchtursachen und um eine funktionierende Integrationspolitik.

Dass die diesbezügliche öffentliche Debatte jedoch von Bildern mit pöbelnden und hasserfüllten Menschen geprägt sei, könne nicht im Sinne einer Demokratie sein. Wer Schutzbedürftigen Schutz bietet, handle im Auftrag des Deutschen Grundgesetzes, machte Claudia Peter nochmals deutlich. Wenn nun hasserfüllte Rechtsradikale und die Politiker der AfD, die sich rechten Demonstrationen anschließen, die Stimmung anheizen, müsse Zivilcourage in Gesprächen, Diskussionen und bei Demonstrationen gegen Rechts gezeigt werden. Auch und im Besonderen von MetallerInnen und der IG Metall!

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Wer hat die Lufthoheit?

So sei es nur konsequent, entsprechende Zeichen zu setzen. Der Beirat der IG Metall hat hierzu bereits eine deutliche Erklärung abgegeben. Und gemeinsam mit der Arbeitgeberseite respektive Südwestmetall positionierte sich die Gewerkschaft in einem Aufruf gegen Fremdenhass und Gewalt - für Menschenwürde und Solidarität in Betrieben und Gesellschaft. Auch die Arbeitgeber im Südwesten haben gemeinsam mit der IG Metall eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht.

Claudia Peter appellierte an die Delegierten: "Wer entscheidet über die "Lufthoheit" - eine pöbelnde und hetzende Minderheit? Oder eine aufrechte, respektvolle, demokratische Mehrheit? Sorgen wir dafür, dass sich diese Mehrheit äußert und sichtbar ist. Sorgen wir dafür, dass immer wiederholte Lügen nicht zur gefühlten Wahrheit werden!"

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Wir sind mehr!

Die rund 70 anwesenden Delegierten diskutierten im Anschluss in unterschiedlichen Gesprächskreisen die zwei maßgeblichen Themen dieser Versammlung:

- "Du hast die Wahl" - Erfahrungen, Rückmeldungen, Probleme zur Umsetzung des Tarifvertrages in den Betrieben.

- "Wir sind mehr" - Umgang mit Rechtspopulismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass in den Betrieben.

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Letzte Änderung: 29.09.2018


Adresse:

IG Metall Gaggenau | Hauptstrasse 83 | D-76571 Gaggenau
Telefon: +49 (7225) 9687-0 | Telefax: +49 (7225) 9687-30 | | Web: www.gaggenau.igm.de

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