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IG Metall Gaggenau

IG Metall Geschäftsstelle Gaggenau



Kündigungen bei medifa

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25.06.2018 Dem Betriebsrat wurden am Donnerstag letzter Woche 9 Anträge auf Kündigungen vorgelegt. Medifa metall und medizintechnik und medifa production sind die ehemalige Fa. Stahl.

Die Kündigungen kommen für den Betriebsrat und die Beschäftigte nicht wirklich überraschend. Hatte doch die Geschäftsleitung noch vor kurzem angekündigt, dass niemand derjenigen, die keinen neuen Arbeitsvertrag unterzeichnet haben, bis zur Rente im Betrieb bleiben würden.

9 Beschäftigte bangen nun um ihre Zukunft. Vorausgegangen sind monatelange Konflikte um tarifliche Bedingungen und einen möglichen Tarifvertrag über weitere, massive Verzichte der Beschäftigten.

Seit über 2 Jahren arbeiten die Beschäftigten der aus der Maquet-Gruppe ausgegliederten Firma bereits 4 Stunden länger als der Flächentarifvertrag. Auf 2 Tariferhöhungen wurde ebenfalls verzichtet. Mit dem aus gewerkschaftlicher Sicht sehr guten Tarifergebnis im Februar 2018 wollten Gesellschafter und Geschäftsführung weitere erhebliche Einschnitte in die finanzielle Ansprüche der Beschäftigten.

Die Beschäftigten weigerten sich jedoch massiv und mit großer Mehrheit gegen dieses Ansinnen. Im Verlauf von Februar bis Juni wurden gravierende unternehmerische Entscheidungen getroffen: eine neue - nicht tarifgebundene - Gesellschaft, wird gegründet. Mit Szenarien von Ausgliederung und Schließung einzelner Bereiche wurde erheblich Druck auf die Beschäftigten ausgeübt. Immer wieder gab es Versuche, den Konflikt durch einen kollektiven und akzeptablen Kompromiss zu lösen. Jedoch ohne Erfolg.

Im weiteren Verlauf wurde weiterhin mit Ausgliederung und betriebsbedingten Kündigungen gedroht: wenn die Beschäftigten einen neuen Arbeitsvertrag mit geringeren finanziellen Ansprüchen unterzeichnen, könne davon abgesehen werden. Außerdem trat medifa metall und medizintechnik aus der Tarifbindung aus. Mit dieser Maßnahme wurde auch der Ergänzungs-Tarifvertrag mit den abweichenden Regelungen obsolet.

Bis Mitte Mai hatten in beiden Firmen fast alle Beschäftigten dem Druck nicht standhalten können und unterzeichnet. 23 Beschäftigte weigerten sich, den neuen Vertrag anzunehmen. Immer wieder wurde jedoch die Bemerkung fallen gelassen, dass diejenigen, die nicht unterschreiben mit weiteren Maßnahmen zu rechnen hätte.

Betriebsrat und IG Metall müssen seit dem immer wieder als Sündenbock herhalten. Weil die IG Metall nicht bereit war, die massiven Einschnitte einfach mitzutragen, wird sie als Ursache der Maßnahmen diffamiert. Aus Sicht der IG Metall können Tarifverträge jedoch nicht einseitig vom Arbeitgeber nach unten diktiert werden. Sie haben einen Standard.

Und genau diese im Raum schwebende Maßnahme wird nun in die Wege geleitet. "Der Betriebsrat hat nicht die Macht, Kündigungen zu verhindern. Allerdings unterstützen wir Betriebsrat und die Betroffenen, wo es nur geht" so Claudia Peter von der IG Metall Gaggenau.

"Ein solches Vorgehen habe ich bisher noch in keinem Betrieb erlebt. Das Öffentlich-machen der Vorgänge wurde mit geschäftsschädigendem Verhalten verglichen. Und unser Engagement wird im Betrieb diffamiert" erklärt Claudia Peter weiter.

Die Beschäftigten insgesamt sind sehr betroffen von den geplanten Kündigungen. Trotz all dem gibt es weiter ein hohes Maß an Miteinander unter den Beschäftigten. Sie sind allerdings zermürbt von den langen Auseinandersetzungen. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist übrigens weiterhin sehr hoch - in beiden Gesellschaften.

Letzte Änderung: 25.06.2018


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