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IG Metall Gaggenau

IG Metall Geschäftsstelle Gaggenau



Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit!

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02.05.2018 1.Mai - Tag der Arbeit: Solidarität statt Spaltung, mehr soziale Gerechtigkeit, größere Vielfalt beim Miteinander. Ein betagter Überraschungsgast sorgt für besondere Stimmung.

Eine außergewöhnliche 1.Mai-Feier wurde mit einer außergewöhnlichen Redenrunde eingeläutet. Claudia Peter, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, Heiko Maßfeller (2. Bevollmächtigter) und Bodo Seiler (Gewerkschaftssekretär) schlüpften in die "Rollen" der Begriffe Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit. So entstand ein Zusammenspiel, bei dem sich die drei Vortragenden jeweils rhetorische "Bälle zuwarfen". Um die politische und soziale Lage in der Region, in Deutschland und der Welt zu beleuchten und kommentieren.

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Betriebsratswahlen, Tarifrunde, gerechte Politik

Mit diesen Stilmitteln blickten die drei RednerInnen zunächst auf die fast abgeschlossenen Betriebsratswahlen in der Region, aus denen die IG Metall stark hervorgeht. Fast 90 Prozent MetallerInnen in den Betriebsratsgremien sind ein hervorragender Organisationsgrad, der unbedingtes Vertrauen in die Gewerkschaft widerspiegelt. Frauen sind überproportional stark in den Gremien vertreten, sodass die eigentlich vorgeschriebene gesetzliche Minderheitsgeschlechterquote meist gar nicht Anwendung finden musste. Zudem gibt es viele "neue Gesichter" in den Betrieben zu begrüßen, erklärte Maßfeller. Von 41 Betrieben im Wirkungskreis der IG Metall Gaggenau stellte sich in nur einem Betrieb mit "Zentrum" eine rechte Liste auf. "Wir werden den Rechten entgegenhalten!" rief die "Vielfalt" respektive Heiko Maßfeller seinen Zuhörern zu.

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Claudia Peter alias "Solidarität" beleuchtete die Tarifpolitik und die damit verbundene letzte Tarifrunde. Dabei verwies sie vor allem auf den durchweg gelungenen und letztendlich bahnbrechenden 24-Stunden-Warnstreik. Solidarität habe sich dabei nicht nur an den leeren Fabrikhallen gezeigt, wie Claudia Peter darstellte, sondern mit 4,3 Prozent mehr Entgelt, einer dauerhaften Sonderzahlung und neuen Freistellungsmöglichkeiten für die Beschäftigten überzeugende Akzente gesetzt.
Zur Sprache brachte Peter aber auch Angriffe auf die Solidarität der Beschäftigten, wie jüngst bei Medifa Metall und Medizintechnik (ehemals Stahl).
Denis Davidovac, Aktiver aus dem Ortsjugendausschuss Gaggenau, erläuterte die Anforderungen der IG Metall Jugend an einen neuen Manteltarifvertrag der Ausbildung, welcher auch Dual-Studierende umfassen soll.

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Bodo Seiler alias "Gerechtigkeit" fragte sich, ob bei der neuen Bundesregierung in naher Zukunft mit einer gerechten Politik zu rechnen sei. Neben der bereits durch den Koalitionsvertrag versprochenen Wiederherstellung der Parität in der Krankenversicherung, der Stabilisierung der Rente und einem Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit, forderte Seiler darüber hinaus weitere Verbesserungen für abhängig Beschäftigte. Seiler prangerte einen wachsenden Niedriglohnsektor, beispielweise bei den Logistikern oder bei LeiharbeitnehmerInnen an, denn davon sei auch die Region betroffen und könne sich hierbei nicht ausnehmen. In Sachen "prekäre Arbeitsverhältnisse" machte Seiler deutlich, dass die "beste Leiharbeit immer noch jene ist, die nicht stattfindet!"

Abschaffung der Rente mit 67, eine Reform des Rentensystems, verbunden mit einer Anhebung der Renten, eine Einschränkung der sachgrundlosen Befristung waren nur einige Forderungen, die die Redner zusätzlich an die Politik stellten. Letztlich bliebe aber nur, die neue Bundesregierung an Taten zu messen -Die IG Metall jedoch werde auf die Einhaltung der Koalitionsvertrages pochen.

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Mehr Falken als Friedenstauben?

Die "Vielfalt" in der Person des Heiko Maßfeller monierte, wie sehr der weltweite Außenhandel ins Ungleichgewicht geraten sei. Die bisherigen vielfältigen Handelsbeziehungen sind nicht mehr ausgeglichen, China, USA und Europa belegen sich mit Strafzöllen bzw. drohen damit. Europa und die Welt werde nationalistischer. Maßfeller forderte mehr soziale Sicherheit und gesellschaftliche Grundwerte, die eingehalten werden müssen. Dazu gehörten ebenso faire Handelsbeziehungen, die sich auch durch gute Qualität, Umwelt und Klimastandards auszeichnen.

Claudia Peter fragte in die Runde, ob es derzeit mehr Falken als Friedenstauben in der Weltpolitik gebe? Die Antwort auf die Frage? "Vielleicht nicht mehr - aber die Falken sind laut, schüren Ausgrenzung und Abgrenzung und sitzen an entscheidenden Stellen von Macht."
Angesichts von 385 Konflikten mit mehr als Tausend Toten pro Jahr, konfrontiert mit 65 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, sei es Aufgabe der internationalen und nationalen Politik, alle Wege der Diplomatie auszuschöpfen und Solidarität als Handlungsaufforderung zu verstehen. Was in ganz besonderem Maße für die Politik der Europäischen Union gelte. Vielfalt leben, Einsatz für (soziale) Gerechtigkeit - das sind für Peter Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander.

Bodo Seiler wies in Sachen "Gerechtigkeit" auf das Thema Transformation, Digitalisierung und Industrie 4.0 hin. Um Risiken einzudämmen und Chancen zu nutzen, habe die IG Metall Gaggenau einen Transformationsbeirat ins Leben gerufen. Nach Überzeugung der Gewerkschaft können die bevorstehenden Veränderungen nicht alleine, sondern nur in Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Akteuren aus bspw. Politik, Wirtschaft und Interessensvertretungen gelingen. Der Gewerkschaftssekretär forderte auf, sich "für die nachfolgenden Generationen einzusetzen, mitzureden und mitzugestalten...auch wenn es den ein oder anderen/die eine oder andere im noch verbleibenden Berufsleben vielleicht gar nicht mehr betrifft." Die IG Metall werde an dieser Stelle ihre Aufgabe wahrnehmen und den Wandel begleiten, mitgestalten und Einfluss im Sinne der Beschäftigten nehmen.

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Gutes Miteinander

"Der Tag der Arbeit war und ist das solidarische Zusammenstehen für eine bessere Arbeitswelt," resümierte Claudia Peter. "Dabei muss es gerecht zugehen. Unser gewerkschaftliches Handeln ist immer die Auseinandersetzung für mehr Gerechtigkeit," ergänzte Bodo Seiler. Und Heiko erläuterte: "Funktionieren kann das nur, wenn wir immer erst die Gemeinsamkeit sehen, bevor wir auf Unterschiede oder Gegensätze schauen. Die Vielfalt akzeptieren ist Voraussetzung für ein gutes Miteinander."

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Überraschung auf vier (alten) Rädern

Nur wenige Minuten nach dieser außergewöhnlichen Form der Ansprache folgte ein außergewöhnlicher Gast. Besser gesagt, der Gast fuhr auf den Gaggenauer Marktplatz: Der Orientexpress III - nein, nicht der berühmt-berüchtigte Zug und Agathe-Christie-Schauplatz, sondern wie es sich für eine automotive Region gehört, ein Oldtimer auf vier Rädern.
Bergmanns Patent-Motorwagen von 1897, das älteste bekannte Fahrzeug aus der Gaggenauer - genauer gesagt: Ottenauer - Automobilproduktion kehrte an diesem 1. Mai an seinen Geburtsort zurück. Angetrieben von einem 1-Zylinder-Motor mit 5,5 PS, flankiert von Unimog-Oldtimern, einem historischen Daimler-Lastwagen und einem Mercedes Benz-Personenbus tuckerte das neue Schmuckstück des Unimog Museums/Rotenfels in die Fußgängerzone.
Und begeisterte für eine volle Stunde alle feiernden Metaller, unter denen es sich die meisten nicht nehmen ließen, Hand auf den Oldtimer zu legen und dem verblüffend gleichmäßigen Knattern des Motors zu lauschen. Manche der Oldtimer-begeisterten Zuschauer hatten Tränen der Rührung in den Augen, als Stefan Schwaab, ehemaliges Mitglied des Daimler-Aufsichtsrats und Mitbegründer des Unimog-Museums, den Oldtimer und seine Historie vorstellte.
Stefan Schwaab freute sich: "Dass dieser Wagen wieder hier zu uns zurück kommt, ist wie ein Sechser im Lotto!"

Was haben alte Autos mit dem Tag der Arbeit zu tun? "Ohne Bergmann als einen Pionier der Automobile, ohne die Beschäftigten in der Region, die mit ihrem Können seit über 100 Jahren Autos bauen, wären wir keine erfolgreiche Industrieregion der Autobmobile" - darüber sind sich Claudia Peter und Stefan Schwaab vom Unimog-Museum einig. Peter erläutert, dass es bereits Ende des vorletzten Jahrhunderts aktive Gewerkschafter gegeben habe und Arbeiter-Ausschüsse in kleinen Schritten zur Verbesserung der Arbeitssituation beitragen konnten. Schließlich musste ein Arbeiter, als der Orientexpress gebaut wurde, für ein Brot eine halbe Stunde arbeiten, für 2 kg Rindfleisch 3 Stunden und für ein Paar Schuhe 13 Stunden. "Es liegt an unseren heutigen gewerkschaftlichen Vorfahren, dass sich so viel verändert hat", so Peter abschließend.

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Musik, Tanz, Hunger, Durst

Musikalisch unterhielt zunächst die fantastische Rock-Pop-Gruppe "INKLUBA" von der Lebenshilfe. Später heizten bei teils frischen Temperaturen die "M & M Brotherhood" mit rockigen Gitarrenriffs den 1.Mai-Feiernden ein. Eine Tanzeinlage der etwas anderen Art offerierte der Gehörlosensportverein Karlsruhe mit "dancing out the line".

Die Kinder waren mit der OJA-Olympiade beschäftigt, ein Gewerkschafts-Bingo sorgte nach Abfahrt der Oldtimer für weitere Unterhaltung bei den Erwachsenen. Gegen den Hunger der Feiernden engagierten sich der serbische Kulturverein und "Gerd’s Flammkuchen". Kaltgetränke, Würste und Steaks gab es beim Stand des VFB Gaggenau. Und bei der IG Metall-Jugend wurden gewohnt kreativ Cocktails gemixt und selbst gebackener Kuchen serviert.

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Letzte Änderung: 17.05.2018


Adresse:

IG Metall Gaggenau | Hauptstrasse 83 | D-76571 Gaggenau
Telefon: +49 (7225) 9687-0 | Telefax: +49 (7225) 9687-30 | | Web: www.gaggenau.igm.de

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